Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

 
 
 
 
 
 
 
 

Der Einfluss des Eltern-Kind-Kontaktes auf die funktionelle Reifung des limbischen Systems

Die Entstehung der emotionalen Bindung zu den Eltern löst beim Neugeborenen eine Vielzahl von mrphologischen, physiologischen und metabolischen Änderungen in meso-cortico-limbischen System aus. Diese erfahrungs- und lerninduzierte synaptische Reorganisation findert i mRahmen einer umwelt- und erfahrungsinduzierten, aktivitätsabhängigen Synapsenselektion statt und umfasst sowohl die Bildung neuer synaptischer Kontakte als auch die selektive Stabilisierung von Synapsen. Durch diese neuronale und synaptische Reorganisation werden die Schaltkreise des Gehirns, insbesondere deslimbischen Systems präzisiert, und somit wird eine effizierte synaptische Matrix geschaffen, die die Grundlage für das Lernen im Erwachsenenalter bildet. Eine umfanfreiche, adäquate sensorische, motorische und emotionale Förderung in den ersten Lebensmonate/-jahren lässt demnach optimierte neuronale Schaltkreise entstehen, während Störungen früher emotionaler Lernereignisse, induziert durch sozio-emotionale Deprivation oder traumatische Erfahrung, höchstwahrscheinlich zu Disorganisation und Minderfunktion synaptischer Einheiten führen. Solche unvollständigen oder fehlerhaften synaptischen Netzwerke könnte, u.a. geistige Retardierung verursachen, oder auch bestimmten klinischen Syndromen, zum Beispiel Psychosen, Neurosen, ADHD oder Autismus, zu Grunde liegen.

Am südamerikanischen Nager Octodon degus untersuchen wir die akustische Filialprägung und den Einfluss traumatischer emotionaler Erfahrungen (Störung der Eltern-Kind-Interaktion) und Stress auf die funktionelle Reifung limbischer Hirnareale.

Warum die Strauchratte, der Degu (Octodon degus) als Tiermodell?

Diese mit dem Meerscheinchen verwandte Nagerart, ist uns Menschen in vielerlei Art recht ähnlich:

Wie wirkt sich die Interaktion zwischen Eltern / Mutter auf die Reifung des Präfrontalcortex aus?

Geleitet von unserer Arbeitshypothese, dass frühe postnatale Erfahrungen und Lernprozesse mit Änderungen der synaptischen Verbindungen im limbischen System einhergehen, untersuchten wir den Einfluss der vokalen Kommunikation zwischen Mutter und Neugeborenen auf die funktionelle Entwicklung des limbischen Cortex / Präfrontalcortex.



Metabolische Studien und Verhaltensuntersuchungen in Zusammenarbeit mit der Abteilung von Gerd Poeggel (Universität Leipzig) zeigten, dass, ...

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Quantitative Untersuchungen zum dopaminergen und serotonergen System zeigten, dass wiederholter oder chronischer Elternentzug die synaptische Reifung des limbischen Systems beeinflussten.

Quantitative, autoradiographische Analyse der Dopamin-Rezeptoren vom D1-Typ (links) und der NMDA-Rezeptoren (rechts) im medialen Präfrontalvortex (PrCM = precentraler medialer Cortex, ACd = anterorer congulärer Cortex, PL = prälimbischer Cortex, IL = infralimbischer Cortex, Ai = agranulärer insulärer Cortex)

BILD

Deguspines2

Wir konnten zeigen, dass...

 neuron

Dil-markiertes Neuron in der Zellkultur (Hippocampus, Maus) Doppelmarkiertes, mit Synaptophysin Antikörper (gelb),
der präsynatpische boutons auf Spines und am Dendritenschaft  nachweist

Schlussfolgerungen aus den tierexperimentellen Ergebnissen:

Letzte Änderung: 13.09.2013 - Ansprechpartner: Webmaster
 
 
 
 
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